Jahresbericht

Jahresbericht 2021

Allgemeines

Es zeichnete sich noch im 2020 ab, dass wir in unserem Bibliotheksbetrieb weiterhin Einschränkungen in Kauf nehmen mussten wegen der Covid-19-Pandemie. Zum Glück konnte die Bibliothek immer geöffnet bleiben, was uns unsere Arbeit enorm erleichterte.

Erschwert hat uns aber die Arbeit mit der Besucherbegrenzung. Es durften sich für eine lange Zeit nur max. 3 Personen (ohne Personal mitgerechnet) in der Bibliothek aufhalten, weil unsere Räumlichkeiten so klein sind.

Und zu guter Letzt mussten die Medien in Quarantäneboxen gelegt werden. Die Boxen durften wir erst nach drei Tagen leeren, die Medien aus den Kundenkonten ausbuchen und wieder in die Gestelle verräumen. Das war nicht immer einfach und bedeutete auch einen Mehraufwand an Arbeit.

Deshalb waren wir sehr froh, konnten wir ab dem 09. Juni die Personenbegrenzung aufheben und die Medien mussten nicht mehr in die Quarantäneboxen gelegt werden. Es musste aber weiterhin auf den Sicherheitsabstand und auf die Händehygiene geachtet werden. Dafür standen draussen wie auch in der Bibliothek Desinfektionsmittel für die Kundschaft bereit.

Die Bibliothek war im letzten Jahr während der ersten Sommerferienwoche geöffnet. Dies hat sich zwar bewährt, aber nach reichlicher Überlegung kamen wir zum Schluss, dass sich die letzte Sommerferienwoche eher dazu eignen würde. Es zeigte sich, dass der Entscheid richtig war und wir hatten regen Kundenbesuch.

Es kam der 13. September und eine massive Einschränkung für unseren Bibliotheksalltag – die Covid-Zertifikatspflicht. Das bedeutete, es durften sich nur noch Personen in der Bibliothek aufhalten, die ein gültiges Covid-Zertifikat vorweisen konnten. Das Bibliotheksteam musste nach dem Eintritt in die Bibliothek jedes Zertifikat kontrollieren. Zum Glück durften wir später, natürlich nur mit dem Einverständnis der Kundschaft, einen Hinweis im Kundenkonto mit der Gültigkeitsdauer des Zertifikats erfassen. Am Anfang durfte die Maske nach der Kontrolle abgenommen werden, aber bald gab es wieder eine Maskenpflicht. Diejenigen, die über kein Covid-Zertifikat verfügten, wollten wir aber nicht im Regen stehen lassen. Sie konnten über unseren Online-Katalog Reservationen tätigen und diese nach dem Erhalten unseres Bestätigungsmails mit Maske in der Bibliothek abholen. Die ausgeliehenen Medien wurden vorab von der Kundschaft draussen in der Rückgabebox platziert.

An dieser Stelle möchten wir Bibliothekarinnen uns ganz herzlich bei unserer Kundschaft bedanken: „Seit fast zwei Jahren müsst Ihr Einschränkungen für Euren Bibliotheksbesuch in Kauf nehmen. Mal darf die Maske abgenommen werden, dann gilt wieder die Maskenpflicht. Dann müssen die Medien in Boxen gelegt werden, dann wieder wird die Quarantäne für Medien aufgehoben. Das nur ein paar Massnahmen, die Ihr einhalten musstet. Das ist für uns keine Selbstverständlichkeit und wir schätzen Eure Geduld und Flexibilität sehr.“

 

Veranstaltungen / Aktivitäten

Wir mussten leider auch im Jahr 2021 unseren beliebten Neuheitenmorgen am 26. März in unserer Bibliothek mit der Buchhändlerin Daniela Binder von der Buchhandlung Obergass in Winterthur absagen. Doch die Buchhändlerin bot uns die geniale Idee an, den Neuheitenmorgen virtuell durchzuführen. Daniela Binder nahm unseren Neuheitenmorgen vorab auf Video auf und wir haben diesen auf unsere Homepage hochgeladen. So konnte unsere Kundschaft bequem von zu Hause aus während ca. einer Stunde Daniela Binder zuhören, wie sie spannende und unterhaltsame Neuerscheinungen präsentierte.

Die erste Kinderveranstaltung wäre der Geschichtennachmittag am 31. März mit Marlies Mertl, Leseanimatorin SIKJM, gewesen Doch leider mussten wir diesen wegen den damaligen Coronaschutzmassnahmen absagen. Als es die Situation wieder zuliess, haben wir den Geschichtennachmittag am 09. Juni nachgeholt. Marlies Mertl erzählte die Geschichte vom Gärtner Hein und dem Mädchen Lilo. Die beiden schlossen eine Wette ab, wer von beiden die grösseren und stärkeren Pflanzen aufziehen könne. Die Kinder fanden die Geschichte sehr spannend und am Schluss durften sie Pflanzensamen aussuchen und schön verpackt mit nach Hause nehmen. Es nahmen 12 Kinder und 3 Erwachsene daran teil. Mehr BesucherInnen durften nicht an einer Bibliotheksveranstaltung teilnehmen. Um so mehr schmerzte es uns, dass wir Kinder deswegen abweisen mussten.

Deshalb organisierten wir am 08. September gleich wieder einen Geschichtennachmittag. Dieses Mal wurde die Geschichte „Der Kiosk“ erzählt. Die Kinder erfuhren dabei vom Wunsch der Kioskfrau Olga, endlich einmal den Sonnenuntergang am Meer zu sehen. Das obligate Basteln am Ende der Geschichte fehlte natürlich nicht. Es nahmen 14 kleine und grosse BesucherInnen daran teil.

Am 26. Mai nahmen wir zusammen mit dem Elternverein Illnau das erste Mal am schweizerischen Vorlesetag teil. In drei Altersgruppen aufgeteilt, konnten Kinder lustigen und spannenden Geschichten lauschen. Mit diesem Anlass möchten wir zeigen, wie wichtig und schön das Vorlesen ist.

Anlässlich der Kulturwochen organisierte der Bibliotheksverein am 25. September eine Lesung mit neuer Besetzung. Im letzten Jahr las ein letztes Mal Andrea Jost vor. Für dieses Jahr konnte der Verein, unter der neuen Präsidentin Beatrice Ehrle, Astrid Wittinghofer dafür gewinnen. Sie ist ursprünglich Schauspielerin und ist heute auch in der Administration des Marionettentheaters und des Theater Ariane in Winterthur tätig. Astrid Wittinghofer las aus dem Buch „Die Filmerzählerin“ von Hernàn Rivera Letelier vor. Die Première ist geglückt und der Verein freut sich auch im laufenden Jahr, die Lesung mit Astrid Wittinghofer organisieren zu können.

Trotz Zertifikatspflicht besuchten fast 20 TeilnehmerInnen die Lesung „Flashfiction“ im Hotzenhuus am 28. Oktober. Flashfiction sind Kurzgeschichten unter 1000 Wörtern und diese wurden von Yvonne von Allmen, Carmen Capiti und Lucie Müller vorgelesen. Die Lesung war sehr abwechslungsreich, kurzweilig und unterhaltsam.

Am 23. Oktober veranstalteten wir und der Elternverein Illnau gemeinsam die Erzählnacht im Purzelhuus. Die beiden Erzählerinnen (Marlies Mertl und Nina Schmid-Kunz) gestalteten den Abend so richtig gruselig und gespenstisch – passend zum Thema „Halloween“. Es kamen an die 40 BesucherInnen. Diese wurden wiederum auf 3 Altersgruppen aufgeteilt, um so dem Schutzkonzept gerecht zu werden. Im schön dekorierten Raum hörten die BesucherInnen gespannt den Erzählerinnen zu. Manche wollten am Ende gar nicht nach Hause gehen. Wer sich passend zum Thema verkleidete, bekam eine kleine Überraschung auf den Heimweg mit.

Ab dem 07. Dezember leuchtete wieder ein neu gestaltetes Adventsfenster in der Bibliothek. Es war jeweils von ca. 16:30 Uhr – 22:00 Uhr beleuchtet. Dieses Mal war das Titelbild der Geschichte «Nikolaus und der dumme Nuck» zu sehen. Leider mussten wir auf das Erzählen der Geschichte wegen Corona verzichten, aber eine kleine Überraschung durften die BesucherInnen in der Bibliothek trotzdem suchen.

Der 1. und 2. Kindergarten Chelleracher durfte uns Anfang Jahr wegen der Coronasituation nicht in der Bibliothek besuchen, so besuchte im Frühling die Bibliothek den Kindergarten. Die Kinder hörten die Geschichte „Pippilothek – eine Bibliothek wirkt Wunder“ von einer Bibliotheksmitarbeiterin. Nach den Herbstferien besuchte uns der Kindergarten nochmals und sie hörten wieder eine Bilderbuchgeschichte: „Ein Löwe in der Bibliothek“. Anschliessend durften die Kinder ein Buch ausleihen und in den Kindergarten mitnehmen.

Nach den Herbstferien besuchten uns alle drei Schulklassen der ersten Oberstufe Hagen in der Bibliothek. Es wurde ihnen kurz erklärt, wie die Medienausleihe in der Bibliothek funktioniert. Danach ging es schon ans Suchen für ein passendes Buch für ihren Büchervortrag in der Schule. Diejenigen SchülerInnen, die schnell fündig wurden, setzten sich irgendwo in der Bibliothek hin und begannen mit dem Lesen.

Hier sei erwähnt, dass wir alle Veranstaltungen und Aktivitäten immer unter Einhaltung des vorgeschriebenen Schutzkonzeptes durchgeführt haben.

 

 Zahlen

 Im Berichtsjahr wurden von unseren Kunden 15`059 physische Medien ausgeliehen. Vom Onleihe-Verbund „Dibiost“ wurden zusätzlich 2`558 digitale Ausleihen getätigt. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die physischen Ausleihen um 3`245, die digitalen Ausleihen stiegen jedoch um rund 300.

Für 15`000 Franken kauften wir neue Medien ein. Gesamthaft kauften wir 747 Neuanschaffungen in den Bereichen Belletristik- und Sachbücher, Comics, Hörbücher für Kinder und Erwachsene, DVDs und Tonies ein. Im Bestand haben wir insgesamt 15 Zeitschriften im Jahresabonnement. 15 Medien erhielten wir geschenkt und 836 alte und defekte Medien wurden ausgeschieden. Unser Medienbestand beträgt somit per Ende Jahr 7‘879 Exemplare und konnte durchschnittlich 1.9 x umgesetzt werden.

Der aktive Benutzerbestand beträgt per Ende Jahr 600 Personen oder 231 Jahresabonnemente. Wir verzeichneten 99 Neueintritte.

 

Personelles / Weiterbildung

Denise Pescante startete vor den Herbstferien den Zertifikatskurs Bibliosuisse an der Zentralbibliothek in Zürich. Als Abschluss wird sie im neuen Jahr drei praxisorientierte Arbeiten schreiben und danach sicherlich den Kurs erfolgreich bestehen.

Seit einem Jahr arbeiten wir nun zu dritt in der Bibliothek. Bis auf ein paar wenige Ausnahmen konnten wir alle Dienste bewältigen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Regula Steiner, dass sie uns ausgeholfen hat. Wir haben während dieser Zeit auch gesehen, dass wir als Team wunderbar funktionieren. Kein Ressort kam zu kurz und wir werden auch in Zukunft zu dritt arbeiten.

Die Mitarbeiterinnen besuchten folgende Veranstaltungen/Weiterbildungen:

Regionaltreffen online von Zuhause aus

            Kulturlesung der Kulturwoche in Effretikon

            Lesung in der Bibliothek Pfäffikon mit Andreas Russenberger

            Buchpremiere von „Gschwind“ mit Urs Mannhart in Zürich

            Zertifikatskurs Bibliosuisse

            Statistikkurs online bei Predata

Als Abschluss für das Jahr 2021 genossen wir ein feines Nachtessen in gemütlicher Atmosphäre im Restaurant Rössli in Illnau.

 

Ausblick ins 2022

Für dieses Jahr planen wir wieder die beliebte Geschichtenzeit mit Marlies Mertl. Voraussichtlich erzählt sie eine verfrühte Ostergeschichte Anfang April.

Am 01. April hoffen wir sehr, die Neuheitenvorstellung der Erwachsenenbelletristik mit der Buchhändlerin Daniela Binder vor Ort durchführen zu können.

Des Weiteren ist wieder die Erzählnacht im Purzelhuus mit dem Elternverein Illnau Ende Oktober geplant; auch möchten wir mit ihnen zusammen am schweizerischen Vorlesetag Ende Mai mitmachen.

Im September werden wir im Rahmen der Kulturwochen in Effretikon zusammen mit der Bibliothek Effretikon die Lesung mit Astrid Wittinghofer mitorganisieren.

Wir hoffen sehr, dass wir die Veranstaltungen oder zumindest einen Teil davon im Jahr 2022 durchführen können.

Im September ist ein Überraschungsanlass geplant und wir hoffen sehr, dass wir ihn auch durchführen können.

Wir versuchen weiterhin, die engen Räumlichkeiten in der Bibliothek zu optimieren. Auch werden der Jahreszeit entsprechende Kunstbilder von Caroline Schmausser in der Bibliothek zu sehen sein.

 

Dank

Ein grosses Dankeschön geht an meine Kolleginnen Regula Schuler und Denise Pescante für ihr Engagement und ihre Unterstützung. Dieses Jahr wurde wieder viel von ihrer Flexibilität gefordert. Ich schätze das enorm und bin sehr dankbar dafür.

Der Regionalbibliothek Uster gebührt ein spezieller Dank. Wieder haben sie uns mit ihrem Fachwissen unterstützt und stellten ihre Dokumente zur Verfügung. Das war und ist während der Coronazeit sehr hilfreich.

Ein weiteres Dankeschön geht an René und Vreni Kaufmann mit Team vom Restaurant Rössli. Sie montierten in unserem kleine Materiallager grosse Tablare, damit wir unser Bibliotheksmaterial lagern können. Dafür sind wir sehr dankbar.

Unser Dank geht auch an

  • die Behörden der Stadt Illnau-Effretikon für die finanzielle Grundlage
  • die Gemeinnützige Gesellschaft Pfäffikon für die grosszügige Spende
  • den früheren Präsidenten Herbert Kuhn, die Präsidentin Béatrice Ehrle und die Aktuarin Susanne Mauch des Bibliotheksvereins Illnau-Effretikon (BVIE), welche uns sehr wertschätzend unterstützen
  • Rita Vetter und Claudia Kofel von der Bibliothek Effretikon für die sehr gute Zusammenarbeit einschliesslich ihres tollen Teams
  • den Elternverein Illnau für die ausgezeichnete Zusammenarbeit und Vernetzung
  • Marianne Zingg und Rebekka Naqvi vom Kindergarten Chelleracher
  • Lorena Bühler und Muriel Hammer von den Klassen der ersten Oberstufe Hagen
  • das gesamte Predata-Team, welches für Fragen immer da ist und uns unermüdlich bei der Lösung von Software-Problemen hilft
  • Frau Maya Corina von der Immobilienbewirtschaftung für ihre unkomplizierte Unterstützung.
    Nathan Plancherel und seinem Team für ihre Hilfe z.B. beim Frühlingsputz oder wenn wir Hilfe in den Räumlichkeiten der Bibliothek brauchten
  • unsere treuen BibliothekskundInnen, die uns seit Jahren unterstützen und wertschätzen. Auch im 2021 mussten sie so einiges an Änderungen und Umstellungen in dieser Coronazeit in Kauf nehmen. Dies wurde ohne Weiteres akzeptiert und darüber sind wir sehr froh.

 

 Bettina Bircher
 Illnau, im Januar 2022

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