Jahresbericht

J a h r e s b e r i c h t   2 0 2 1

Auch das zweite Corona-Jahr war für den Bibliotheksverein und seine beiden Bibliotheken alles andere als ein geruhsames Jahr:

Die andauernde Pandemie mit den sich laufend verändernden Massnahmen bedeutete für die Bibliotheken erneut viel Arbeit und verlangte ein grosses Mass an Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Organisationstalent: Geplante Anlässe mussten verschoben oder – zu unserem Leidwesen – abgesagt, die Aufenthaltsmöglichkeiten für die Bibliothekskunden den Einschränkungen angepasst und im Herbst musste der Zutritt unter Berücksichtigung der
COVID-Zertifikatspflicht neu aufgegleist werden. Für Personen ohne Zertifikat wurde erneut ein Bestell- und Abholservice eingerichtet.

Bemerkenswert sind die für beide Bibliotheken zusammen konstanten Ausleihzahlen im 2021, dem zweiten Corona-Jahr, im Vergleich zu 2020:

– Die physischen Ausleihen beider Bibliotheken liegen bei knapp 66’000 Titeln, wobei Effretikon knapp 4’000 Medien mehr auslieh als im Vorjahr, in Illnau waren es im 2021 leider gut 3’000 Medien weniger.

– Via Dibiost lieh die Kundschaft beider Bibliotheken im 2021 rund 11’500 Medien aus, was dem Vorjahreswert entspricht. In Illnau erhöhte sich die digitale Ausleihe um 300 Medien, in Effretikon ging diese um 300 Titel zurück.

– Der Bestand an Medien in beiden Bibliotheken blieb mit 24’079 Titeln auf Vorjahresniveau. Die Betriebsrechnung 2021 schliesst erfreulicherweise mit einem Überschuss von rund CHF 5’000 ab. Dieses positive Jahresergebnis ist u.a. möglich dank dem Beitrag der Stadt von CHF 200’000. Zudem wurde – erneut Corona-bedingt – der budgetierte Betrag für Medien nicht ganz ausgeschöpft, und die Personalkosten liegen ca. CHF 4’000 unter Budget.

Etwas höher als budgetiert fielen die EDV-Kosten aus; hier gab es unerwartete Ausgaben. Das Vereinsvermögen per 31.12.2021 beträgt neu knapp CHF 40’000. Da der Bibliotheksverein im 2022 sein 25-Jahr-Jubiläum feiern kann und in der Bibliothek Illnau ebenfalls ein Jubiläumsanlass stattfindet, werden wir dafür – neben den von der Stadt speziell dafür gesprochenen zusätzlichen und von uns an dieser Stelle herzlich verdankten Geldern – vom Vereinsvermögen einen kleineren Betrag benutzen. Zudem hoffen wir, dass im 2022 die Pandemie-bedingten Einschränkungen dahinfallen und wir somit alle geplanten Anlässe durchführen können, damit die beiden Bibliotheken ihre Aufgabe als Begegnungsorte mit kulturellem Austausch wieder umfassend erfüllen können.

Unsere Bibliotheksleiterinnen mit ihren Teams erledigten ihre Aufgabe erneut nach dem Motto «möglich machen, was möglich ist». So konnten in beiden Bibliotheken neben der ordentlichen Medien-Ausleihe dennoch einige Anlässe durchgeführt werden. Speziell hervorzuheben sind:

– Die Bibliothek Effretikon führte zusammen mit Petra Joos den Kurs «Bildnerisches Gestalten» durch; dabei entstanden im Atelier Bilder, die im Anschluss in der Bibliothek ausgestellt wurden. Im Herbst stellte die bekannte Effretiker Künstlerin Nadja Onorato ihre Werke aus; die Skulpturen-Ausstellung wurde von den Bibliotheks-besucher:innen sehr wohlwollend aufgenommen, diverse Werke fanden einen neuen Besitzer resp. eine neue
Besitzerin.

– In Illnau fand im Frühjahr die Neuheitenvorstellung mit Daniela Binder erstmals virtuell statt; dazu wurde das Video auf die Homepage geschaltet. Für die Kleinen konnte im Juni die Geschichtenzeit wie geplant durchgeführt werden. Und Ende Oktober fand zum zweiten Mal «flashfiction» statt: Kurztexte mit maximal tausend Worten wurden durch die Autorinnen vorgetragen. Trotz engen Platzverhältnissen wird auch in Illnau Kunst ausgestellt, es handelt sich um Bilder der Illauer Malerin Caroline Schmausser.

– Leider erst mit einem Jahr Verspätung konnte anfangs November ein weiterer Austausch mit den Schulbibliothekarinnen der Schulen Eselriet und Schlimperg, Effretikon, und Hagen, Illnau, durchgeführt werden. Wir erhielten einen detaillierten Einblick in die Schulbibliothek Hagen, und vom anschliessenden Austausch profitierten alle Teilnehmerinnen.

– Im Rahmen der Kulturwochen durfte der Bibliotheksverein erneut eine Lesung durchführen. Da uns Andrea Jost und Herbert Kuhn leider nicht mehr zur Verfügung standen, mussten wir uns auf die Suche machen: Wir fanden in Astrid Wittinghofer einen ausgezeichneten und mehr als würdigen Ersatz. An einem wunderschönen Herbsttag entführte uns Frau Wittinghofer in die magische Welt des Filmerzählens in der Zeit, als in Chile ein Kinobesuch noch nicht für alle Personen erschwinglich und Television noch ein Wort der Zukunft war. Sie schilderte die Geschichte «Die Filmerzählerin» von Hernán Rivera Letelier sehr einfühlsam, äusserst abwechslungsreich sowie mit der nötigen Prise Schalk. Die Zuhörerinnen und Zuhörer waren begeistert!

Leider fielen diverse Kindergarten- und Klassenführungen den Pandemie-Einschränkungen zum Opfer. Es fanden aber dennoch etliche Führungen statt, teilweise in einer angepassten Form. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, den Kindern und Jugendlichen das vielfältige Angebot der öffentlichen Bibliotheken näherzubringen und ihr Interesse für die spannende Welt der Bücher zu wecken.

Die Bibliothek Effretikon erstrahlt seit Ende der Sommerferien im 1. OG in neuem Glanz: Die Stadtverwaltung erneuerte den Parkettboden und liess die Wände neu streichen. Dafür mussten sämtliche Medien aus den Gestellen geräumt und im Anschluss wieder eingeräumt werden. Das Effretiker Team kam somit kostenlos zu zwei Workouts!

In der Bibliothek Illnau wurde Ende Jahr die Wand hinter dem Ausleihkorpus durch Bettina Bircher und Denise
Pescante in einem sehr schönen Dunkelgrau gestrichen, wodurch ein äusserst harmonisches Farbkonzept mit einem wunderbaren Blickfang geschaffen wurde.

Und zu guter Letzt (das Beste spart man sich ja bekanntlich bis zum Schluss auf): Ein grosses Dankeschön an Herbert Kuhn! Unser Verein erfuhr im 2021 einen grossen Umbruch im Vorstand: An der Corona-bedingt vom Frühjahr auf den 1. Juni 2021 verschobenen Mitgliederversammlung mussten wir uns schweren Herzens nach gut elf Jahren von Herbert Kuhn als Präsidenten verabschieden. Wir sind ihm für all seine Arbeit zu Gunsten des Vereins, der beiden Bibliotheken und der lesenden und Literatur-interessierten Bevölkerung unserer Gemeinde zu grossem Dank verpflichtet. Er hat den Verein mit seiner ruhigen und zurückhaltenden Persönlichkeit, seinem grossen Fachwissen, seiner präzisen und analytischen Vorgehensweise, seinem den Menschen in den Mittelpunkt stellenden Führungsstil, seiner Weltoffenheit und seiner Leidenschaft für Bücher sowie seinem feinen Humor im positivsten Sinn geprägt. Herbert: Vielen herzlichen Dank für Dein grosses Engagement!

Der Vorstand wird neu durch Beatrice Ehrle (bisher Aktuarin) präsidiert; als Aktuarin amtet neu Susanne Mauch. Das Quästorat bleibt weiterhin vakant; dessen Aufgaben werden durch die Präsidentin betreut.

Die neue Präsidentin dankt allen Vorstandskolleginnen und Bibliotheksmitarbeiterinnen für die gute Zusammenarbeit, was in der aktuellen Situation nicht immer einfach ist. Im Namen aller Vorstandsmitglieder dankt sie auch dem Stadtrat und der Stadtverwaltung, dass sie für die Anliegen des Bibliotheksvereins und der beiden öffentlichen Bibliotheken immer für beide Seiten konstruktive Lösungen finden.

Die Präsidentin

Beatrice Ehrle

Februar 2022

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