Jahresbericht

J a h r e s b e r i c h t  2 0 1 9

In der jüngsten Pisastudie zum weltweiten Schulvergleich sind die Werte der Schweiz gesunken, besonders im Lesen. Über die Aussagen dieser Studie mag man zu Recht unterschiedlicher Meinung sein. Zu denken gibt aber, dass ein Viertel der Schüler Texte nicht verstehen, denn Textverständnis ist der Schlüssel, um die Herausforderungen des Alltags oder des künftigen Berufslebens bewältigen zu können und den Anschluss an die Gesellschaft nicht zu verlieren.

Hier sind unter anderen auch unsere beiden Bibliotheken gefordert. Sie können zwar diesen Missstand nicht alleine beheben, können aber dazu beitragen, dass das Lesen bei den Kindern schon in frühen Jahren gefördert wird. So wurde in Illnau und Effretikon den Kindern und Jugendlichen bei insgesamt 35 Klassenführungen (einschliesslich Kindergartenführungen) das vielfältige Medienangebot gezeigt und bei ihnen dadurch das Interesse für die spannende Welt der Bücher geweckt. Zudem wurden auch im Berichtsjahr die Kinder- und Jugendabos weiterhin kostenlos abgegeben.

Neben der Leseförderung für Kinder und Jugendliche erfüllen die Bibliotheken in Illnau und Effretikon mit einem reichhaltigen Angebot an Medien und mit attraktiven Anlässen ein Grundbedürfnis der lokalen Bevölkerung. Stellvertretend für diese Anlässe seien hier die wichtigsten erwähnt:

– Lesung mit Beni Thurnheer „Hauptsache es flimmert“ in Effretikon,

– Lesung mit Andrea Jost aus „Bleibende Spuren – Mein Weg vom Kosovo in die Schweiz“ der kosovarischen Autorin Basrie Sakiri-Murati anlässlich der Kulturwochen,

– Nach der erfolgreichen Veranstaltung im Vorjahr stellen die Stadträte in Effretikon wiederum ihr Lieblingsbuch vor. Moderation Urs Aerni,

– Präsentation von Bücherneuheiten durch die Buchhändlerin Daniela Binder in Illnau,

– Verschiedene Veranstaltungen für Kinder in Illnau und Effretikon.

Im Frühjahr beteiligten sich unsere beiden Bibliotheken an der breit angelegten Werbekampagne der 32 in der Region Zürich Oberland gemeinsam lancierten Imagekampagne. Mit Plakaten, Buchzeichen und Sprüchen wie „Lesen macht glücklich“ wurde auf das vielfältige Angebot der Bibliotheken aufmerksam gemacht.

Sorgen bereitet uns das neue Urheberrecht, wonach Bibliotheken neu auch auf ausgeliehenen Büchern Tantiemen bezahlen sollen. Das bedeutet zusätzliche Kosten, die auf die Bibliotheken zukommen werden. Wie hoch die Abgaben sein werden, ist noch offen. Das letzte Wort dazu ist noch nicht gesprochen.

Während der Bestand an Medien von beiden Bibliotheken zusammen mit knapp 25‘000 auf Vorjahresniveau blieb, zeigte sich bei den Ausleihen sowohl in der Bibliothek Effretikon als auch in Illnau eine erfreulich ansteigende Tendenz. Die rund 81‘000 Ausleihen liegen um rund 5‘500 höher als im Vorjahr. Die Onleihe – das Ausleihen von elektronischen Medien – wird rege benutzt. Rund 11 % der Ausleihen waren elektronische Medien, Tendenz weiterhin leicht steigend.

In den vergangenen Jahren hat sich abgezeichnet, dass die vorhandenen finanziellen Mittel nicht ausreichen, um die Attraktivität der Bibliotheken zu erhalten. So resultierte auch im Berichtsjahr ein Defizit, verursacht unter anderem wegen den zusätzlichen Personalkosten infolge des Leitungswechsels in der Bibliothek Effretikon sowie durch höhere EDV-Kosten als ursprünglich budgetiert. Das Defizit konnte jedoch durch das bestehende Vereinsvermögen aufgefangen werden. Der Verein begrüsst daher den Entscheid des Stadtrates, den städtischen Beitrag ab 2020 von 173‘000 Franken auf 190‘000 Franken zu erhöhen. Dies wird es dem Verein ermöglichen, auch in den kommenden Jahren mit den Bibliotheken Treffpunkte mit wichtigen sozialen Funktionen anbieten zu können. Orte, wo Menschen ohne Konsumzwang miteinander in Kontakt kommen können und ein attraktives und zeitgemässes Medienangebot mit individualisierter Beratung finden.

Im Vorstand haben sich im Berichtsjahr keine Änderungen ergeben. Das Quästorat blieb weiterhin vakant. Dessen Aufgaben werden durch den Präsidenten erledigt, während die Stadt die Vereinsbuchhaltung führt.

Zum Schluss bleibt mir, allen Bibliotheksmitarbeiterinnen für ihren stets grossen Einsatz zu danken. Ein spezieller Dank gebührt der Stadt für die gute Zusammenarbeit.

Der Präsident

Herbert Kuhn

Februar 2020

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