Jahresbericht

J a h r e s b e r i c h t   2 0 2 0

2020 war ein schwieriges – und auch arbeitsintensives – Jahr für die beiden Bibliotheken. Die rasante Ausbreitung der Corona-Pandemie zwang den Vorstand, beide Bibliotheksstandorte, Illnau und Effretikon, zum Schutz ihrer Kundinnen und Kunden sowie ihrer Mitarbeiterinnen ab Mitte März zu schliessen. Um der lokalen Bevölkerung aber trotz Lockdown ein Angebot an Medien anbieten zu können, wurde von beiden Bibliotheken ein Abhol- und Lieferdienst eingerichtet. Erst ab Mitte Mai konnten die Bibliotheken ihre Kunden unter Einhaltung von Schutzmassnahmen wieder zu den regulären Öffnungszeiten begrüssen.

Diese besondere Situation hatte vor allem Auswirkungen auf die physischen Ausleihen. So wurde die im Vorjahr erfreulich angestiegene Tendenz bei den Ausleihen wieder gebremst: die rund 77‘000 Ausleihen für beide Bibliotheken zusammen liegen um gut 4‘000 oder rund 5% unter Vorjahresniveau. Dafür verzeichnete die Onleihe – das Ausleihen von elektronischen Medien – einen richtigen Boom: ihr Anteil stieg auf rund 15% der Ausleihen. Der Bestand an Medien von beiden Bibliotheken zusammen blieb mit 24‘191 in etwa auf Vorjahresniveau.

Aufgrund der besonderen Umstände mussten die meisten der geplanten Anlässe abgesagt werden. Unter Einhaltung der Schutzkonzepte konnten aber trotzdem ein paar wenige Veranstaltungen durchgeführt werden:

  • Lesung mit Andrea Jost im Stadthaussaal aus „Die Ladenhüterin“ der japanischen Autorin Sayaka Murata anlässlich der Kulturwochen,
  • Verschiedene Veranstaltungen für Kinder in Illnau und Effretikon.

Auch auf Klassenführungen musste im Berichtsjahr mehrheitlich verzichtet werden. Bei solchen Führungen durch die Bibliotheken kann den Kindern und Jugendlichen das vielfältige Medienangebot gezeigt und bei ihnen dadurch das Interesse für die spannende Welt der Bücher geweckt werden. Im Vergleich zu den 35 Klassenführungen im Vorjahr konnten im Berichtsjahr lediglich 4 Führungen durchgeführt werden. Um das Lesen bei den Kindern aber schon in frühen Jahren zu fördern, wurden die Kinder- und Jugendabos zu stark reduzierten Preisen abgegeben.

Nachdem in der Vereinsrechnung der letzten Jahre trotz grosser Sparanstrengungen regelmässig ein Betriebsdefizit resultierte, erhöhte die Stadt ihren jährlichen Beitrag ab 2020 um 17‘000 Franken auf 190‘000 Franken. Dank dieser Erhöhung und zusammen mit dem Herunterfahren der Medieneinkäufe während des Lockdowns sowie den zusätzlichen Sparanstrengungen konnte ein Überschuss von 7‘950 Franken erzielt und damit der Vorjahresverlust wieder wettgemacht werden. Dadurch erhöhte sich das Vereinsvermögen per 31.12.2020 wieder auf knapp 35‘000 Franken. Diese solide finanzielle Basis wird es dem Verein ermöglichen, auch in den kommenden Jahren mit den Bibliotheken Treffpunkte mit wichtigen sozialen Funktionen anbieten zu können. Orte, wo Menschen ohne Konsumzwang miteinander in Kontakt kommen können und ein attraktives und zeitgemässes Medienangebot mit individualisierter Beratung finden.

Vorerst wird die Situation für die beiden Bibliotheken aber weiterhin kompliziert bleiben, denn die Pandemie hält uns nach wie vor im Griff.

An der letzten Mitgliederversammlung, die wegen der besonderen Umstände auf dem Zirkulationsweg abgehalten werden musste, wurde Beatrice Ehrle für die altershalber zurückgetretene Hanny Meier in den Vorstand gewählt. Beatrice Ehrle übernahm das frei gewordene Amt der bisherigen Aktuarin. Die Bibliotheksleiterinnen sowie auch der Vertreter der Stadt sind von Amtes wegen im Vorstand vertreten. Das Quästorat blieb weiterhin vakant. Dessen Aufgaben wurden durch den Präsidenten betreut.

An der kommenden Mitgliederversammlung wird es zu einer Wachablösung in der Vereinsführung kommen. Seit elf Jahren hatte ich das Privileg, den Bibliotheksverein zu präsidieren. Es war eine gute Zeit. Die Aufgabe war sehr dankbar und die Zusammenarbeit mit allen Vorstandsmitgliedern stets erfreulich. Auch mit allen Bibliothekarinnen durfte ich einen guten Kontakt pflegen. Nun ist es Zeit für neue Bücherfreunde, diese Aufgabe zu übernehmen. Die notwendigen Vorkehrungen dazu sind aufgegleist.

Für die gute Zusammenarbeit danke ich allen Kolleginnen und Kollegen herzlich. Auch dem Stadtrat, der immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen hatte, gilt mein Dank. Dem neuen Vorstand wünsche ich viel Freude und Erfolg bei seiner schönen Aufgabe.

Der Präsident

Herbert Kuhn

 

Februar 2021

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