Jahresbericht

Jahresbericht 2017

 Im Jahr 2017 schritt die Digitalisierung in fast allen Bereichen des Lebens voran. Da verwundert es nicht, dass auch immer wieder Abgesänge auf die Bibliotheken laut werden, denn in Zeiten, in denen Informationen jederzeit und überall per Mausklick abrufbar sind, verlieren Bücherhorte ihr Monopol für die Bereitstellung von Wissen.

Und dennoch sind Bibliotheken kein Auslaufmodell. Gerade weil sich diverse Lebensbereiche virtualisiert haben, schätzen viele Menschen Orte, wo sie nicht nur ein attraktives Angebot an Büchern und anderen Medien nutzen können, sondern auch als Treffpunkt, wo sie mit anderen Menschen ohne Konsumzwang in Kontakt kommen können und wo die Integration von Menschen aus anderen Kulturen gefördert wird. Mit ihrem reichhaltigen Angebot an Medien und mit attraktiven Anlässen erfüllen die Bibliotheken in Illnau und Effretikon dieses Grundbedürfnis der lokalen Bevölkerung.

In unseren beiden Bibliotheken in Illnau und Effretikon hatte die Leseförderung von Kindern und Jugendlichen auch im Berichtsjahr eine unverändert hohe Priorität. Deshalb wurden die Kinder- und Jugendabos weiterhin kostenlos abgegeben. Daneben boten beide Bibliotheken insgesamt 39 Klassenführungen an mit dem Ziel, den Kindern und Jugendlichen das vielfältige Medienangebot zu zeigen und dadurch bei ihnen das Interesse für die spannende Welt der Bücher zu wecken.

Daneben veranstalteten die Bibliotheken im 2017 auch wieder interessante und gut besuchte Anlässe. Stellvertretend für diese Anlässe seien hier die wichtigsten erwähnt:

  • Lesung von Charles Lewinsky mit „Andersen“ in Effretikon,
  • Lesung mit Andrea Jost aus „Das Meer der Illusionen“ des kubanischen Schriftstellers Leonardo Padura anlässlich der Kulturwochen,
  • Lesung von Mitra Devi und Petra Ivanov mit „Schockfrost“ in Effretikon
  • Präsentation von Bücherneuheiten durch die Buchhändlerin Daniela Binder in Illnau,
  • Verschiedene Veranstaltungen für Kinder in Illnau und Effretikon.

Während der Medienbestand per Ende Jahr mit rund 25‘000 leicht unter dem Vorjahr blieb, konnte die rückläufige Tendenz bei den Ausleihen in der Berichtsperiode gestoppt werden. Mit rund 78‘000 Ausleihen konnten die Bibliotheken das Vorjahresniveau halten. Die Onleihe – das Ausleihen von elektronischen Medien, wurde rege benutzt. Gut 8% der Ausleihen waren elektronische Medien, Tendenz weiterhin leicht steigend.

Der im Rahmen der Sparmassnahmen um 12‘000 Franken reduzierte städtische Betrag auf 173‘000 Franken zwang die Bibliotheken, Mehreinnahmen durch moderate Gebührenerhöhungen zu generieren und die Kosten punktuell zu reduzieren. Bei unverändertem Leistungsangebot konnte der Aufwand der Bibliotheken trotz grosser Anstrengungen nicht voll gedeckt werden. Die Vereinsrechnung schliesst das Jahr 2017 mit einem kleinen Aufwandüberschuss von 2‘683 Franken ab.

Im Vorstand hat sich im Berichtsjahr eine Änderung ergeben, indem Marco Nuzzi nach seiner Wahl in den Stadtrat die Stadtvertretung im Vereinsvorstand des Bibliotheksvereins von Urs Weiss übernahm. Das Quästorat blieb weiterhin vakant. Dessen Aufgaben werden durch den Präsidenten erledigt, während die Stadt die Vereinsbuchhaltung führt.

Ausblick: Wir sind überzeugt, dass Bibliotheken auch in absehbarer Zukunft nicht überflüssig werden. Die Art, in der die Menschen lesen, dürfte sich in den nächsten Jahren hingegen weiter verändern – eine Hausforderung, der wir uns stellen müssen: mit einem attraktiven Medienangebot, zentraler Lage und möglichst flexiblen Öffnungszeiten sowie mit individualisierter Beratung und perfekter Technik. Das belastet zwar die Bibliothekskasse, ist aber der einzige Weg, die Ansprüche der Leute abzudecken, die das Internet umstandslos befriedigt.

Zum Schluss bleibt mir, allen Bibliotheksmitarbeiterinnen für ihren stets grossen Einsatz zu danken. Ein spezieller Dank gebührt der Stadt für die gute Zusammenarbeit.

 

Der Präsident
Herbert Kuhn

 

Januar 2018

 

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