Jahresbericht

J a h r e s b e r i c h t   2 0 1 8   

Kürzlich war in einem Bericht einer lokalen Zeitung über die sinkenden Ausleihzahlen in den Bibliotheken Illnau und Effretikon zu lesen. Wie bei vielen Kommentaren in den Medien schimmerte auch in diesem Artikel der Eindruck durch, dass die Bibliotheken auf einem absteigenden Ast seien. Aber darf man, basierend nur auf den Ausleihzahlen, bereits einen Abgesang auf die Bibliotheken anstimmen? Geben reine Zahlenstatistiken ein umfassendes Bild über die Bedeutung der heutigen Bibliotheken? Ja, darf man Bibliotheken im Zeitalter der Digitalisierung gar die Existenzberechtigung absprechen?

Wer so argumentiert, verkennt die Bedeutung der heutigen Bibliotheken. So, wie sich die Lesegewohnheiten der Menschen in den letzten Jahren verändert haben, haben sich auch die Bibliotheken dem Reformprozess gestellt. Sie üben heute eine wichtige soziale Funktion aus als Treffpunkt, wo Menschen – gerade weil sich diverse Lebensbereiche virtualisiert haben – ohne Konsumzwang miteinander in Kontakt kommen und ein attraktives Angebot an Büchern und anderen Medien finden. Mit dem reichhaltigen Angebot an Medien, verbunden mit interessanten Anlässen rund um das Buch, erfüllen die Bibliotheken in Illnau und Effretikon genau dieses Grundbedürfnis der lokalen Bevölkerung.

Auch im Berichtsjahr hatte die Leseförderung von Kindern und Jugendlichen bei beiden Bibliotheken eine unverändert hohe Priorität. Deshalb wurden die Kinder- und Jugendabos weiterhin kostenlos abgegeben. Bei insgesamt 51 Klassenführungen (einschliesslich Kindergartenführungen) – zwölf Führungen mehr als im Vorjahr – wurde den Kindern und Jugendlichen das vielfältige Medienangebot gezeigt und bei ihnen dadurch das Interesse für die spannende Welt der Bücher geweckt.

Während der Bestand an Medien mit rund 25‘000 auf Vorjahresniveau blieb, zeigte sich bei den Ausleihen sowohl in der Bibliothek Effretikon als auch in Illnau eine leicht rückläufige Tendenz. Die rund 75‘500 Ausleihen liegen um rund 2‘500 oder 3% tiefer als im Vorjahr. Die Kinder- und Jugendabos wurden weiterhin kostenlos abgegeben. Die Onleihe – das Ausleihen von elektronischen Medien – wird rege benutzt. Rund 9% der Ausleihen waren elektronische Medien, Tendenz weiterhin steigend, wenn auch nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren.

Daneben veranstalteten die Bibliotheken im 2018 auch wieder interessante und gut besuchte Anlässe. Stellvertretend für diese Anlässe seien hier die wichtigsten erwähnt:

  • Lesung mit Beni Thurnheer „Hauptsache es flimmert“ in Effretikon,
  • Lesung mit Andrea Jost aus „Kuchen backen in Kigali“ der Schriftstellerin Gaile Parkin anlässlich der Kulturwochen,
  • Stadträte stellten in Effretikon ihr Lieblingsbuch vor. Moderation Urs Aerni,
  • Präsentation von Bücherneuheiten durch die Buchhändlerin Daniela Binder in Illnau,
  • Verschiedene Veranstaltungen für Kinder in Illnau und Effretikon.

Der im Rahmen der Sparmassnahmen um 12‘000 Franken reduzierte städtische Betrag auf 173‘000 Franken zwang die Bibliotheken weiterhin zu einem Spagat zwischen den Sparvorgaben der Stadt und einem attraktiven Angebot für die Bewohner. Trotz tieferen Subventionen schliesst die Vereinsrechnung das Jahr 2018 mit einem knapp ausgeglichenen Ergebnis ab. Im Vorstand hat Ueli Müller als Vorsteher des Präsidialamtes im Rahmen der Neuorganisation der Stadtverwaltung die Vertretung der Stadt im Vereinsvorstand von Stadtrat Marco Nuzzi übernommen. Das Quästorat blieb weiterhin vakant. Dessen Aufgaben werden durch den Präsidenten erledigt, während die Stadt die Vereinsbuchhaltung führt. Ausblick: „Lesen macht glücklich“. Das ist eines der Bonmots, welche es in den nächsten Wochen als Teil einer von 32 Bibliotheken gemeinsam lancierten Imagekampagne in der Region zu entdecken gibt. Die breit angelegte Kampagne, an der sich auch die Bibliotheken in Illnau und Effretikon beteiligen, soll mithelfen, auf das vielfältige Angebot der Bibliotheken aufmerksam zu machen. Ein zeitgemässes Medienangebot, individualisierte Beratung und spannende Veranstaltungen sind denn auch Herausforderungen, denen wir uns weiterhin stellen müssen. Damit Bibliotheken auch in absehbarer Zukunft nicht überflüssig werden. Zum Schluss bleibt mir, allen Bibliotheksmitarbeiterinnen für ihren stets grossen Einsatz zu danken. Ein spezieller Dank gebührt der Stadt für die gute Zusammenarbeit.

Der Präsident Februar 2019
Herbert Kuhn

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