Jahresbericht

Jahresbericht  2016

 
Die neuen Pisa-Resultate haben gezeigt: Die Schweiz ist beim Lesen nur mittelmässig! Und: 20% der Schweizer Schüler haben Mühe, einen einfachen Text zu verstehen. Ein reiches Land mit einer chronischen Leseschwäche – das gibt zu denken. Bibliotheken können diesen Missstand nicht allein beheben, aber sie können dazu beitragen, dass das Lesen bei den Kindern schon in frühen Jahren gefördert wird. Deshalb wurden in beiden Bibliotheken auch im Berichtsjahr die Kinder- und Jugendabos kostenlos abgegeben. Der hohe Anteil dieser Abos bestätigt den Erfolg der Bibliotheksaktivitäten bei der Leseförderung.

Neben der Leseförderung für Kinder und Jugendliche erfüllen die Bibliotheken in Illnau und Effretikon mit einem reichhaltigen Angebot an Medien und mit attraktiven Anlässen ein Grundbedürfnis der lokalen Bevölkerung.

Während der Bestand an Medien im Berichtsjahr mit knapp 26‘000 im Rahmen des Vorjahres blieb, konnte die rückläufige Tendenz bei den Ausleihen, bedingt durch das veränderte Leseverhalten, nicht gestoppt werden. Die 78'000 Ausleihen liegen um knapp 9% unter Vorjahresniveau.  Die Onleihe – das Ausleihen von elektronischen Medien – wird rege benutzt. Rund 7% der Ausleihen waren elektronische Medien, Tendenz weiterhin steigend.

Unsere beiden Bibliotheken verfügen aber nicht nur über ein reichhaltiges Angebot an Medien, sondern sind auch ein Ort, an dem Begegnungen ohne Konsumzwang möglich sind. Und wo die Integration von Menschen aus anderen Kulturen gefördert wird. Die Bibliotheken bieten zudem interessante Anlässe rund um das Buch. Stellvertretend für die gut besuchten Anlässe seien hier die wichtigsten im Jahre 2016 erwähnt:
-  Lesung mit dem „10 vor 10“ Moderator Arthur Honegger in Effretikon,
-  Lesung mit Andrea Jost aus dem Buch "Im Schatten des Banjanbaums" der kambodschanischen     Schriftstellerin Vaddey Ratner anlässlich der Kulturwochen, in Effretikon
-  Veranstaltungen zur Leseanimation für Kinder ab 2-5 Jahren in Effretikon und Illnau
-  Präsentation von Bücherneuheiten durch die Buchhändlerin Daniela Binder in Illnau.

Daneben boten beide Bibliotheken insgesamt 32 Klassen- und Kindergartenführungen an mit dem Ziel, den Kindern und Jugendlichen das vielfältige Medienangebot zu zeigen und dadurch bei ihnen das Interesse für die spannende Welt der Bücher zu wecken, denn Lesen ist ein Lebensgefühl, das schon in der Kindheit angelegt werden kann. Oder wie der abgetretene US-Präsident Obama treffend vermerkte: “Literatur trainiert die richtigen Muskeln“.

Die Vereinsrechnung schliesst für das Jahr 2016 mit einem kleinen Aufwandüberschuss ab. Der städtische Betrag von CHF 185'000 wurde vornehmlich für Medienanschaffungen und Personalaufwand verwendet.

Im Vereinsvorstand mussten wir von unserem geschätzten Vertreter der Stadt, André Bättig, Abschied nehmen, der bei einem tragischen Helikopterabsturz tödlich verunglückte. Die Stadtvertretung im Bibliotheksverein wurde interimistisch von Urs Weiss übernommen. Das Quästorat blieb weiterhin vakant. Dessen Aufgaben werden durch den Präsidenten erledigt, während die Stadt die Vereinsbuchhaltung führt.

Ausblick: Ab 2017 werden die Sparmassen des Stadtrates greifen. Auch der Bibliotheksverein ist davon betroffen. Mit moderaten Beitragserhöhungen und punktuellen Einsparungen werden wir versuchen, trotz der Beitragskürzung der Stadt unseren Auftrag ohne grössere Leistungseinbussen weiterzuführen, denn Bildung erachten wir als höchstes Gut, für das wir uns mit unseren beiden Bibliotheken auch in Zukunft einsetzen werden. Weiteres Sparen bei der Leseförderung unserer Kinder wäre fehl am Platz.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt: Für die Bibliothek Illnau, die aus allen Nähten platzt und auf mehr Raum für die rund 8'000 Medien angewiesen wäre, hoffen wir im Rahmen der Zentrumsgestaltung in Illnau noch immer auf grössere Räumlichkeiten an zentraler Lage.

Zum Schluss bleibt mir, allen Bibliotheksmitarbeiterinnen für ihren stets grossen Einsatz zu danken. Ein spezieller Dank gebührt der Stadt für die gute Zusammenarbeit.


Der Präsident
Herbert Kuhn 


Januar 2017
Bibliotheksverein Illnau-Effretikon
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