Jahresbericht

Jahresbericht 2017

Rückblick

Mit einem inzwischen gut eingespielten Team durften wir ins neue Bibliotheksjahr 2017 starten.

Auf Empfehlung unserer Kundenberaterin Frau Walthard vom SBD (Schweizerischer Bibliotheksdienst) verlegten wir die Kindersachbücher ins Untergeschoss, wo sich seit jeher die Kinderbelletristik und Hörbücher befanden. Deshalb mussten Gestelle umgestellt und 4 Büchertröge nach unten verlegt werden. Dank einer grosszügigen Zuwendung der Gemeinnützigen Gesellschaft Illnau-Effretikon konnten wir noch einen Büchertrog dazukaufen. Die Umstellung hat sich gelohnt, was man den erfreulich gestiegenen Umsatzzahlen bei den Kindersachbüchern entnehmen kann.

Im Gegenzug zügelten wir die englischen Taschen- und Hörbücher für Erwachsene ins Obergeschoss in die Fremdsprachenabteilung. Unseren englischen Taschenbücherbestand reduzierten wir auf ca. 70 Exemplare und kauften bei der Bibliomedia einen Leihbuchbestand von 50 Taschenbüchern ein, der drei Mal jährlich ausgetauscht wird. So können wir unseren Kunden für wenig Geld immer wieder wechselnde Medien anbieten.

Überglücklich waren wir, als die Stadt einen Sonderkredit sprach, mit welchem wir an dem frei gewordenen Platz im Obergeschoss ein zusätzliches Büchergestell kaufen konnten. Auf dem praktischen Regal auf Rollen platzierten wir die Jugendsachbuch-Serien an äusserst günstiger Lage.

Auch auf Anregung von Frau Walthard durchkämmten wir unsere Jugend- und Kinderbelletristik-Abteilung auf schlecht ausgeliehene Medien und ersetzten diese durch neue, populärere Reihen. Der Bestand wurde bewusst reduziert, damit das Angebot übersichtlicher wurde.

Neben unserer primären Aufgabe, der Vermittlung von Medienkompetenz, liegt uns aber auch die Pflege der Bibliothek als Treffpunkt für die Bevölkerung am Herzen. Von unserer Kaffeeecke wird reger Gebrauch gemacht und oft hat es fast zu wenig Platz an den beiden Tischen. Menschen treffen sich bei uns oft zum unverbindlichen Plaudern, Zeitunglesen und Stöbern im grossen Zeitschriftenangebot. Auch wir schätzen den persönlichen Kontakt zu unseren Kunden und möchten damit einen Gegenpol zur digitalisierten Anonymität setzen.

Leider wurde im Budgetjahr 2017 auch der Bibliotheksverein von der Sparschere der Stadt nicht verschont. Um mehr Einnahmen zu generieren mussten wir die Abokosten ohne DVD von 40 Franken auf 50 erhöhen. Da es wichtig ist, dass alle Kinder Zugang zu Büchern haben, sind die Abos für Kinder und Jugendliche schon seit Jahren gratis. Leider müssen wir feststellen, dass immer mehr Familien nur noch für ihre Kinder und keine Familienabos mehr lösen, so dass die Zahl der zahlenden Kunden abnimmt.

Mit Klassen- und Kindergartenführungen bringen wir den Kindern und Jugendlichen das Angebot der Bibliothek spielerisch und anhand eines altersgemäss angepassten Programms näher. 10 Schul- und 13 Kindergartenklassen besuchten uns in diesem Jahr.

Den Teilnehmerinnen des Café International sowie eines Deutschkurses für Anfängerinnen stelllte Eliane Tomasi die Bibliothek vor. Sie machte auf unser Angebot von Medien zum Erlernen der deutschen Sprache, wie z.B. Audiosprachkurse, bebilderte Wörterbücher und Easy-Reader-Büchlein, aufmerksam.

Von den 851 aktiven Abos sind 534 zahlende Kunden und 239 Jugendabos. 2016 waren es 847 aktive Abos, davon 546 zahlende und 213 Jugendabos. Neueintritte 2017: 185 Abos. Davon 63 bezahlende und 104 Jugendabos.

So wie unsere Leserschaft stabil blieb, konnten auch die Ausleihzahlen auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr gehalten werden. 2016 wurden 52‘018 Medien ausgeliehen, 2017 waren es 51‘570. Interessant ist, dass sowohl die Belletristik als auch die Sachbücher zulegen konnten. Die elektronischen Medien – mit Ausnahme der Kinder- und Jugendhörbücher – und die Zeitschriften sind nicht mehr so gefragt wie in den Vorjahren. Die Onleihe bei der Dibiost ist zu einem festen Bestandteil unseres Angebots geworden. 2016 wurden 4642 digitale Medien heruntergeladen, 2017 waren es bereits 5139.

Im letzten Jahr erwarben wir 1895 Medien, musterten aber 2764 Exemplare aus. Somit verringerte sich der Bestand um 849 Medien auf 16‘541. Gestrafft wurde vor allem unsere Musik-CD-Abteilung, in welcher noch viele alte, kaum mehr ausgeliehene CDs standen. Aus den Bücherregalen wurden Ladenhüter entsorgt, zugunsten einer übersichtlicheren Präsentation. Unser gesamter Bestand wurde 3,1 Mal umgesetzt.

 

Veranstaltungen

Am 10. März las der Schweizer Autor Charles Lewinsky aus seinem aktuellen Roman „Andersen“. Der Inhalt dieses Buches ist kontrovers und provozierte beim Publikum einige Fragen. Charles Lewinsky erzählte aus seinem Arbeitsalltag, und es stellte sich heraus, dass er ein akribisch genauer Schaffer mit sehr hohen Ansprüchen ist und sein Manuskript darum mehrmals überarbeitet. Bei einem Apéro durften alle auf einen gelungenen Abend anstossen.

Zum Welttag der Poesie, 21. März 2017, wählte jede Mitarbeiterin drei Gedichte aus, die wir am grossen Schaufenster aufhängten. Passanten und Kunden studierten interessiert die teils bekannten, teils unbekannten Verse.

Am Mittwochnachmittag des 5. Aprils 2017 verwandelte sich die Bibliothek in eine Bastelstube. Wieder einmal wurden wir von Kindern fast überrannt, die zu uns kamen um Steine bunt und fröhlich zu bemalen und zu dekorieren.

Am Ostersamstag, 15. April 2017, fand wie jedes Jahr unser Osterkaffee mit Eiertütschen und Ostertaube statt.

Samstag, 23. September 2017. Im Rahmen der diesjährigen Kulturwoche zum Thema Lateinamerika las Andrea Jost aus dem Kriminalroman „Das Meer der Illusionen“ von Leonardo Padura. Andrea Jost verstand es einmal mehr mit ihrer treffenden Textauswahl einen Bogen über das Werk zu spannen und die Zuhörer mit ihrem Vortrag zu fesseln. Eine sehr erfolgreiche Veranstaltung mit einem grossen Stammpublikum, welche alljährlich von unserem Präsidenten Herbert Kuhn organisiert wird.

Mittwochnachmittag, 27. September 2017, war Kinonachmittag für unsere kleinen Kunden. Eliane Tomasi erzählte den Kindern ab 4 Jahren zwei Geschichten und projizierte die Bilder dazu gross an die Wand. In der Pause erhielten die kleinen Besucher und Besucherinnen, wie im richtigen Kino, einen Becher mit Popcorn.

Im düsteren Monat November luden wir wieder in unsere gemütliche „Kaffeestube“ zum Plaudern und Schmöckern ein. Wir offerierten Kaffee, Tee und Guetzli. Das Angebot wurde ausgiebig genutzt.

17.November 2017: Krimiabend mit Mitra Devi und Petra Ivanov. Die beiden Schweizer Krimiautorinnen schrieben gemeinsam den Roman „Schockfrost“. Aus diesem lasen die zwei in abwechselnden Rollen vor. Anschliessend erzählten die beiden Autorinnen lustige und interessante Episoden aus ihrer Zusammenarbeit. Galt es anfangs, aufgrund sehr unterschiedlicher Arbeitsweisen, einige Hindernisse zu überwinden. Ein Apéro gab dem angeregten Publikum Gelegenheit über die Eindrücke zu diskutieren und den Abend ausklingen zu lassen.

Am 9. Dezember 2017, während der Samstagsausleihe, fand unser traditionelles Adventskonzert statt. Max Hess (Violine) und Paul Bichler (Violoncello) zauberten weihnächtliche Klänge in die Bibliothek. Wir luden unsere Kunden ein, bei Weihnachtstee und Weihnachtsguetzli etwas zu verweilen und der Musik zu lauschen.

 

Sitzungen / Tagungen / Schulungen

An fünf Teamsitzungen wurde alles Wichtige, den Bibliotheksalltag betreffende besprochen.

Folgende Weiterbildungen und Anlässe wurden besucht:

–        Leitplanken im Bücherdschungel; 3-teiliger VHS-Kurs mit Franziska Widmer-Müller

–        Leiterinnentreffen des Bezirks Pfäffikon in der Bibliothek Hittnau

–        Büchervorstellung der Buchhandlung Obergasse in der Bibliothek Illnau

–        Bibliothekarinnen-Ausflug des Bezirks Pfäffikon

–        Besuch von 4 Zürcher Verlagen mit Urs Heinz Aerni

–        Regionales Bibliothekstreffen in Uster

–        GV Gemeinnützige Gesellschaft Sektion Illnau/Effretikon

–        Zürcher Bibliothekstag, Fachstelle für Bibliotheken Kt. Zch.

–        Veranstaltung Satz & Pfeffer in der Bibliothek Nürensdorf

–        Regionales Bibliothekstreffen in Pfäffikon

 

Bibliotheksreise

Gespannt, wohin dieses Mal die Bibliotheksreise geht, fuhren wir mit dem Zug nach Möhlin bei Rheinfelden. Im strömenden Regen gingen wir zu den Salinen Riburg. Anlässlich einer Führung lernten wir eine Menge über Salz, dessen Gewinnung in der Vergangenheit und heute sowie die vielfältigen Verwendungsarten. Als Höhepunkt besichtigten wir die grosse Lagerhalle, wo ein riesiger Salzberg aufbewahrt wurde, der im Winter als Streusalz verwendet wird.

Weiter brachte uns der Zug nach Basel. Bereits knurrten unsere Mägen – Zeit für ein feines Mittagessen. Gestärkt machten wir uns auf zur Stadtbesichtigung, wobei sich Brigitte als kompetente Reiseleiterin hervortat.

Obwohl das nasskalte Wetter anhielt, durfte eine Fahrt mit der Rheinfähre nicht fehlen. Bald machten wir uns auf die Heimreise und schlossen den Tag in der heimischen Pizzeria in Effretikon ab.

Ein weiteres Mal durften wir einen wunderbaren, lehrreichen Tag erleben. Ganz herzlichen Dank an Brigitte Muggler für die gute Idee und die perfekte Organisation.

 

Aussichten

Im September 2018 steht mit RDA eine grundsätzliche Änderung der Formalkatalogisierung an. RDA (Resource Description and Access) ist ein bibliothekarisches Regelwerk zur Katalogisierung von Veröffentlichungen. RDA ist international gültig und wurde in den letzten Jahren auch im deutschsprachigen Raum eingeführt. Im September 2018 wird der SBD die Katalogisierungs-Daten nach den neuen Richtlinien zur Verfügung stellen. Hoffen wir, dass alles ohne grössere Probleme über die Bühne geht.

Unsere Mitarbeiterin Rita Vetter hat sich für das Weiterbildungsmodul „Bibliotheksmanagement“ bei der Zentralbibliothek angemeldet. Wir wünschen ihr viel Erfolg.

 

Dank

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei meinem tollen Team bedanken. Den grossen motivierten Einsatz, die eigenständige Arbeitsweise, den immer freundlichen Umgang mit unserer Kundschaft und die Loyalität gegenüber den Mitarbeiterinnen weiss ich sehr zu schätzen.

Unser Dank geht auch an unseren Präsidenten Herbert Kuhn und an die Kolleginnen der Bibliothek Illnau für die gute Zusammenarbeit.

Bedanken möchten wir uns ebenfalls bei den Behörden der Stadt Illnau-Effretikon, ganz besonders beim für uns verantwortlichen Stadtrat Marco Nuzzi und der Gemeinnützigen Gesellschaft Illnau-Effretikon für die finanzielle Unterstützung.

 

Sabine Bergmann

Effretikon, 18. Januar 2018

Impressionen

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