Jahresbericht

Jahresbericht 2016

Rückblick

Ein trauriges Ereignis überschattet das vergangene Jahr. André Bättig, Stadtrat und Vorsteher des Ressorts Jugend und Sport hat durch einen Unfall sein Leben verloren. Wir verlieren mit ihm einen engagierten und unkomplizierten Menschen, der sich immer für die Sache der Bibliothek eingesetzt hat.

Bibliotheksintern hat es im Jahr 2016 einige personelle Veränderungen gegeben. Unsere Co-Leiterin Doris Mäder ist  Ende April in Pension gegangen. Sabine Bergmann hat somit die alleinige Leitung der Bibliothek übernommen. Die zahlreichen Aufgaben von Doris Mäder, wie zum Beispiel die Führung der Bibliotheksbuchhaltung, Betreuung der Kinder- und Jugendmedien usw. wurden unter den Mitarbeiterinnen aufgeteilt. Das Einarbeiten in die neuen Ressorts hat uns einiges an Zeitaufwand gekostet. Wir hoffen, dass wir einiges dazugelernt haben und uns im neuen Jahr wieder vermehrt auf die anderen Aufgaben konzentrieren können.

Ganz im neuen Trend sind wir mit unserer Kaffeeecke mit dem grossen Angebot an Zeitschriften und Tageszeitungen, welche sich seit der Einführung unserer regelmässigeren Öffnungszeiten zu einem immer beliebteren Treffpunkt entwickelt hat.

Obwohl immer mehr von Automatisierung und Selbstbedienung gesprochen wird, sind viele Kunden froh um einen Buchtipp von unserer Seite. Um unseren Lesern die Auswahl zu erleichtern, kreierten wir die persönlichen Buchzeichen „Mein Tipp“, welche wir in unsere Lieblingsbücher stecken. Die Idee ist sehr gut angekommen.

Dank einer grosszügigen Spende der Gemeinnützigen Gesellschaft konnten wir einen Beamer anschaffen, welcher uns vor allem bei der Präsentation des Bilderbuchkinos eine grosse Erleichterung ist.

Das Heranführen der Kinder ans Lesen und die Nutzung der Bibliothek ist uns ein grosses Anliegen und sicher eine wichtige Aufgabe der Bibliothek. Darum liegen uns die Kindergarten- und Klassenführungen speziell am Herzen. Den Kindergartenkindern bringen wir anhand der Büchermaus und einer Bilderbuch-Geschichte die Bibliothek näher, während die Schulkinder mit Quiz, Büchercasting und Experimenten altersgemäss abgeholt werden. 2016 besuchten uns 10 Kindergarten- und 12 Schulklassen.

Obwohl wir keinen Rückgang bei den Benutzern hatten, hielt der negative Trend bei den Ausleihen der Medien an. Wurden im Jahr 2015  57’702 Medien ausgeliehen, sind es 2016 nur noch 52’018, also 5’684 weniger. Die Ausleihzahlen der Sachbücher und der Hörbücher konnten sich über die Jahre relativ stabil halten, wo hingegen jetzt auch ein eindeutiger Abwärtstrend bei der Belletristik zu verzeichnen ist, wie auch seit längerem bei Musik-CDs und DVDs.

Erfreulich ist die steigende Beliebtheit der Onleihe – das Ausleihen von Medien über eine digitale Bibliothek. Wurden 2015 noch 3’587 Medien von unseren Kunden heruntergeladen, waren dies 2016 schon 4’642. Es werden zunehmend Abos zur ausschliesslich Nutzung von Divibib abgeschlossen.
Wir erwarben 2016 1’886 neue Medien und stellten diese für unsere Kunden bereit. Ausgemustert wurden 1’989 Medien. Von Bibliomedia bezogen wir einen Leihbestand von 100 englischen Kinder- und Jugendbüchern, sowie 20 englischen Hörbüchern für  Erwachsene, welchen wir zweimal jährliche austauschten. Unser Gesamtbestand von 17’410 Medien per Ende 2016 wurde ca. 3 Mal umgesetzt.

2016 zählten wir 1’852 aktive Benutzer. Von den 847 aktiven Abos sind 213 Kinder- und Jugendabos. Es wurden 185 neue Kundenkarten eröffnet, davon 73 für Kinder oder Jugendliche. Die Ausleihe für Kinder und Jugendliche ist abgesehen von einer Einschreibegebühr kostenlos. So ist für alle Kinder der Zugang zu Büchern gewährleistet.

Veranstaltungen

Am 21. Januar organisierten wir zusammen mit Chris & Mike, Pächter des Stadthaussaals, eine Veranstaltung unter dem Titel „Wort küsst Ton“ im Foyer des Stadthaussaals. Die Lesung der Autorin Tanja Kummer, unterbrochen von den musikalischen Einlagen der Pianisten, war eine sehr gelungene Kombination.  Leider wurde der stimmungsvolle Anlass nur spärlich besucht.

Ein grosser Erfolg hingegen war unsere Lesung mit dem „10 vor 10″-Moderator und Amerika-Spezialisten Arthur Honegger am 11. März. 85 Personen drängten sich auf dem Bödeli im Stadthaus. Arthur Honegger fesselte mit seinen fundierten USA-Kenntnissen und beantwortete die Fragen aus dem Publikum mit Einlagen aus seinem Buch „Abc 4 USA“. Ein Apéro rundete den gelungenen Abend ab.

Am Ostersamtag fand während der Ausleihe traditionsgemäss unser Osterkaffee statt. Wie immer offerierten wir den Kunden auch Ostertaube und Ostereier zum Tütschen.

Im Rahmen des gesamtschweizerischen „Buchstart“-Projekts organisierten wir in Zusammenarbeit mit der Bibliothek Illnau fünf Anlässe für Kinder zwischen zwei und fünf Jahren. Unter dem Namen „Geschichtenzeit erzählte die Leseanimatorin Ilaria Morado ein Bilderbuch und animierte die Kleinen zum Mitmachen. Zwei dieser Anlässe fanden in der Bibliothek Illnau, drei in Effretikon statt.

Colourful Asian war das Motto der diesjährigen Kulturwoche. Andrea Jost las am Samstag, 24. September aus dem Buch „Im Schatten des Bayanbaums“ von Vaddey Ratner. Das zum Teil autobiografische Buch über die Machtübernahme der Roten Khmer in Kambodscha erschütterte die Zuhörer.

Mittwochnachmittag, 28. September war bei uns Kinotime. Eliane Tomasi unterhielt die zahlreich erschienen Kinder und deren Eltern in unserem „Bilderbuch-Kino“ mit zwei Geschichten. Und wie im richtigen Kino durften Popcorn und Sirup nicht fehlen.

Am 28. Oktober empfingen wir die Autorin Blanca Imboden. Die temperamentvolle Inner-schweizerin unterhielt das Publikum während eineinhalb Stunden ohne jegliche Notizen mit Anekdoten und Geschichten. Der Anlass war sehr erfrischend und es gab viel zu lachen. Der Büchertisch mit ihren Romanen war vielfältig und das Interesse daran gross. Frau Imboden durfte viele Bücher verkaufen und signieren.

Im November luden wir wieder in unsere Kaffeestube zu Kaffee und Guetzli ein. Zahlreiche Kunden nutzen dieses Angebot und verweilten bei einer Tasse Kaffee, Zeitschriftenlektüre und lebhaften Diskussionen über Aktualitäten in der Bibliothek.

Am 10. Dezember war unser traditionelles und beliebtes Weihnachtskonzert angesagt. Max Hess (Violine) und Valérie Chauvinc (Violoncello) verzauberten ihr Publikum mit weihnächtlichen Klängen. Dazu passend servierten wir Weihnachtstee und Weihnachtsguetzli.

Personelles

Ende April ist unsere Co-Leiterin Doris Mäder in  Pension gegangen. 18 Jahre war sie für die Bibliothek tätig. 2007 übernahm sie zusammen mit mir die Leitung der Bibliothek. Wir danken Doris für die grosse Arbeit, die sie für die Bibliothek geleistet hat. Wir und unsere Kunden werden ihre kontaktfreudige Art, ihre Kompetenz, ihre vielen guten Ideen, die sie ins Team einfliessen liess und ihr persönliches Interesse für das Wohlergehen aller vermissen.

Neu in unserem Team durften wir ab Anfang April Rita Vetter begrüssen. Mit ihr konnten wir auf eine bereits bibliothekserfahrene Mitarbeiterin zurückgreifen, ist sie doch schon seit einigen Jahren in der Bibliothek Nänikon tätig. Dem entsprechend schnell arbeitete sie sich bei uns ein und war schon nach kurzer Zeit ein vollwertiges Mitglied in unserem Team.
Sitzungen / Tagungen / Schulungen

An fünf Teamsitzungen wurde alles Wichtige, den Bibliotheksalltag betreffende besprochen.

Folgende Weiterbildungen und Anlässe wurden besucht:
–  Leitplanken im Bücherdschungel; 3-teiliger VHS-Kurs mit Heinrich Boxler
–  Büchercasting in der Bibliothek Oberwinterthur
–  Leiterinnentreffen des Bezirks Pfäffikon in der Bibliothek Kyburg
–  Informationstagung: RDA – Was kommt auf uns zu?
–  Büchervorstellung der Buchhandlung Obergasse in der Bibliothek Illnau

–  Regionales Bibliothekstreffen in Uster
–  „Mini-Buchmesse“ im Kinderbuchladen Zürich
–  Bibliothekarinnen-Ausflug des Bezirks Pfäffikon
–  Kurs: „Eine Stunde – ein Buch“ Literarische Erkundung mit Kindergarten- und
Unterstufenklassen
–  Weiterbildung Onleihe in Uster
–  Schulung „Webopac“ bei der Predata, Thun
–  Kurs: Neuerscheinungen Kinder- und Jugendbücher Herbst 2016
–  1. Zürcher Bibliocamp der Fachstelle für Bibliotheken Kt. Zch.
–  Regionales Bibliothekstreffen in Pfäffikon

Bibliotheksreise

Unsere diesjährige Bibliotheksreise führte uns in die wunderbare Westschweizer 3-Seenlandschaft. Bei prächtigstem Spätsommerwetter fuhren wir mit dem Schiff von Biel nach Neuveville. Nach der Besichtigung des historischen Städtchens genossen wir ein währschaftes Mittagessen.
Weiter ging es nach Neuchâtel. Nach einer unfreiwilligen Wanderung erreichten wir etwas verschwitzt und durstig das Dürrenmatt-Museum. Der unverbaute Blick von der Terrasse auf den Neuenburgersee war umwerfend. Bei einer fachkundigen Führung durch das Wohnhaus von Dürrenmatt erfuhren wir viel Interessantes über sein Leben hier in Neuchâtel und auch über seine Tätigkeit als Maler.
Später erkundeten wir die Altstadt von Neuenburg. Den etwas eigenartigen Apéro werden wir nie vergessen, trug er doch einiges zur Heiterkeit bei. Nach einem kleinen Nachtessen mussten wir uns schon wieder auf die Heimreise machen.

Wir alle danken Eliane von Herzen für den gelungenen, unvergesslichen Tag und die super Organisation.

Aussichten

Leider hat die Sparschere auch vor den Finanzen der Bibliothek nicht halt gemacht, und wir müssen 2017 mit einem kleineren Budget auskommen. Um mehr Einkommen zu generieren, werden wir die Mitgliederbeiträge für Kunden ohne DVDs um 10 Franken erhöhen. Auch wollen wir durch Einsparungen an diversen Posten unsere Ausgaben verkleinern.

Trotz allem ist es unser Ziel, die Bibliothek für unsere Kunden aktuell und attraktiv zu erhalten. Wir möchten die Zusammenarbeit mit den Schulen fördern und die Leseförderung ist uns ein wichtiges Anliegen. Mit interessanten Veranstaltungen und Medienpräsenz wollen wir uns als wichtige Institution in unserer Gemeinde etablieren.

Dank

Ich möchte mich im Speziellen bei meinen Mitarbeiterinnen bedanken, welche sich mit grossem Einsatz in ihre neuen Ressorts eingearbeitet haben. Auch danke ich ihnen für Ihre Loyalität, ihre Unterstützung und all ihre guten Ideen.

Unser Dank geht auch an unseren Präsidenten Herbert Kuhn und an die Kolleginnen der Bibliothek Illnau für die gute Zusammenarbeit.

Bedanken möchte ich mich ebenfalls bei den Behörden der Stadt Illnau-Effretikon und der Gemeinnützigen Gesellschaft Illnau-Effretikon für die finanzielle Unterstützung.

Sabine Bergmann
Effretikon, 10. Januar 2016

Impressionen

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